Mitgliederdiskussion

Gern möchte ich mich an der Diskussion beteiligen und meine Standpunkte darlegen.

1. Wer wohnt in städtischen Kontexten, wo und wie - jetzt und in Zukunft?...
Aufgrund der demographischen Alterungsprozesse und der rückläufigen kommunalen Fonds durch sinkende Steuereinnahmen wird ein Rückzug in die Städte stattfinden, dort, wo noch ein insgesamt höheres Aufkommen zur Verfügung steht.
Zunehmende Segregation, aber in einer größeren Vielzahl und einer breiteren Anlage von Haushalten in einem differenziert niedrigem Einkommen bzw. Transferleistungen.
Die älter werdende Gesellschaft erfordert eine verstärkte Bereitstellung von barrierearmen bzw. barrierefreiem Wohnraum. Problem dabei ist, dass die Wohnungswirtschaft die Investitionskosten nicht allein tragen kann. Die älteren Haushalte werden häufig nicht in der Lage sein, die notwendigerweise erhöhten Mieten (Wohnungswirtschaft kann Kosten nicht allein tragen) zu zahlen. Wohnumgebung für die verschiedenen Möglichkeiten des Wohnens im Alter sollten städtisch integriert sein.
Die Bezahlbarkeit des Wohnens aus Mietersicht wird ein gesamtgesellschaftliches Problem werden. Bereits heute, eigentlich schon etwas verspätet, sollte in Politik und Gesellschaft dazu ein Diskurs initiiert werden. Auch die Vermieterseite wird in Zwänge finanzieller Art gelangen, da Mieteinnahmen durch die sinkende Zahl der Haushalte sich ebenfalls verringern, dazu kommen noch die Mietausfälle in größerem Umfang.
2. Wie lässt sich "Urbanität" aktuell umschreiben?...
Das Thema der Urbanität sehe ich unverändert - eher durch Reurbanisierungserscheinungen überdeckt. Aber nicht in allen Kommunen ist wirklich von Urbanität zu sprechen. In wenigen Fällen - Entwicklung zu Mega-Cities; in Deutschland eher weniger.
3. Wer übernimmt aktuell und in Zukunft Verantwortung für menschenwürdiges Wohnen und die Entwicklung in den Städten?...
Kann nur noch bei klarer Aufgaben- und Funktionszuweisung von verschiedenen Politik- und Gesellschaftsbereichen getragen werden. Dazu sind eindeutige konzeptionelle Vorarbeiten zu leisten. Kommunen und Wohnungswirtschaft, insbesondere kommunale Gesellschaften sind auf Dauer gesehen einfach überfordert. Deshalb muss das Problem als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe getragen werden. Ohne diese Vorgehensweise brechen bisherige Strukturen zusammen.
4. Sind Themen wie "Marktentzug", Inhalte der alten "Gemeinnützigkeit" historisch überholt und/oder politisch eben nicht mehr herstellbar?
Gemeinnützigkeit ist in dieser Gesellschaft nicht mehr reproduzierbar. Wäre zwar wünschenswert - dazu wäre ein grundsätzlicher Wandel der Gesellschaft erforderlich, hin zu Bürgerengagement. Allerdings wird es nicht ohne diese Rückbesinnung in der Zukunft laufen, da müssen sich jedoch die Bedingungen sozialer Gegensätze noch weiter verschärfen.
Mit besten Grüßen
Ulrike Hausmann