Mitgliederdiskussion

Gesellschaft wird ärmer: Wie soll Wohnen bezahlbar bleiben?

Schwerwiegender könnte der Aspekt der tendenziellen Verarmung unterer und mittlerer Schichten werden. Soweit mittlere und auch untere Schichten bei Renteneintritt im bezahlten Eigentum leben, werden Altersbezüge im durchschnittlichen Bereich von 1000 und 2000 Euro hinreichend sein. Für diese Klientel werden neben der Einrichtung einer alterspezifischen Infrastruktur auch finanzielle Programme zum Erhalt des Eigentums ("Kommunaler Feuerwehrtopf") benötigt, um dieses nicht durch unerwartete und nicht mehr tragbare Kosten (Modernisierung, Reparatur, Erschließung) zu gefährden. Jede Änderung der teils labilen Situation wird unabhängig von der persönlichen Seite für die Gesellschaft schnell wesentlich teurer.
Richtig problematisch wird die Lebenssituation der Rentner mit niedrigem Einkommen in Mietwohnungen, da wohl nur ein geringer Teil der weiterhin steigenden Mietbelastungen durch Wohngeld aufgefangen werden kann. Ein Abdriften weiter Bevölkerungskreise in KdU (Kosten der Unterkunft) führt zu einem sozialpolitischen Sprengsatz. Hier ist die Gesellschaft gefordert, unsinnige Beschränkungen beispielsweise bei der Wohnungsgröße durch menschliche Hilfestellung zu ersetzen und unter Schonung des globalen Budgets vernünftige Lösungen zu finden. Das könnte durchaus auch eine neue Aufgabe der sich "gemeinnützig fühlenden" Unternehmen werden.
Dr. Ronald Kunze, 3.4.2011